Alientech Kess3 für Werkstätten: Funktionen und die passende Variante

Der Kess3 programmiert ECU und TCU über OBD, Bench und Boot. Dieser Ratgeber erklärt die drei Zugriffsarten, den Unterschied zwischen Master und Slave und hilft Ihnen, die passende Variante für Ihren Werkstattalltag zu finden.

Alientech Kess3 für Werkstätten: Funktionen und die passende Variante

Wer in der Werkstatt mit Chiptuning beginnen oder den vorhandenen Gerätepark erweitern möchte, stößt schnell auf den Alientech Kess3. Das Tool ist nach Herstellerangaben das Ergebnis von dreißig Jahren Erfahrung und fast drei Jahren Entwicklungszeit. Es richtet sich an alle, vom Motorenthusiasten bis zum spezialisierten Mechatroniker, und verbindet sich über ein einziges Gerät mit Motor- und Getriebesteuergeräten. Dieser Ratgeber gibt Ihnen einen Überblick über die Funktionen und zeigt, welche Variante zu Ihrem Werkstattalltag passt.

Was der Kess3 kann

Der Kess3 ist ein Programmiergerät für Steuergeräte. Er liest die Software aus dem Steuergerät aus und schreibt eine bearbeitete Version wieder zurück. Das Besondere: Er deckt sowohl die Motorsteuerung (ECU) als auch die Getriebesteuerung (TCU) ab. Sie benötigen dafür kein separates Tool für jede Steuergeräteart, sondern arbeiten mit einem Gerät.

Für den Werkstattbetrieb sind drei Dinge wichtig:

  • Ein Tool für ECU und TCU: Motor- und Getriebesteuerung lassen sich über dieselbe Hardware ansprechen. Die TCU-Protokolle werden per Aktivierung freigeschaltet.
  • Mehrere Zugriffsarten: OBD, Bench und Boot decken unterschiedliche Steuergeräte und Einbausituationen ab.
  • Erweiterbarkeit: Die Grundausstattung lässt sich um Protokolle für weitere Fahrzeugbereiche ergänzen, sodass das Tool mit Ihrem Geschäft mitwachsen kann.

OBD, Bench und Boot: die drei Zugriffsarten

Wie das Steuergerät angesprochen wird, hängt vom Fahrzeug und vom Steuergerätetyp ab. Der Kess3 unterstützt dafür drei Wege.

OBD

Beim OBD-Zugriff wird das Gerät an die Diagnoseschnittstelle des Fahrzeugs angeschlossen. Das Steuergerät bleibt im Fahrzeug eingebaut. Das ist der Standardweg im Werkstattalltag, weil er schnell geht und keinen Ausbau erfordert. Für PKW und Transporter ist er der naheliegende Einstieg.

Bench

Beim Bench-Zugriff wird das Steuergerät ausgebaut und außerhalb des Fahrzeugs direkt über Kabel am Gerät angeschlossen. Dieser Weg kommt zum Einsatz, wenn der Zugriff über die Diagnoseschnittstelle nicht möglich oder nicht vorgesehen ist.

Boot

Im Boot-Modus wird das Steuergerät über einen speziellen Startmodus des Prozessors angesprochen, ebenfalls am ausgebauten Steuergerät. Auch dieser Weg ist für Fälle gedacht, in denen die OBD-Schnittstelle nicht ausreicht.

Bench und Boot sind in der Regel aufwendiger als der OBD-Weg, erweitern aber die Zahl der Steuergeräte, die Sie bearbeiten können. Beim Kess3 ist Bench/Boot je nach Variante nicht von Haus aus enthalten, sondern wird über Aktivierungen freigeschaltet.

Master oder Slave: der entscheidende Unterschied

Die wichtigste Entscheidung beim Einstieg ist die Lizenzart.

Master: Sie besitzen eine eigene Lizenz und bearbeiten Ihre Dateien selbst. Das setzt Know-how in der Dateibearbeitung voraus, bietet Ihnen aber volle Kontrolle über den gesamten Prozess.

Slave: Das Gerät ist an unseren Master gebunden. Sie lesen das Steuergerät aus und senden die Datei an uns. Wir liefern Ihnen das dyno-getestete Tuningfile in 5–30 Minuten während der Service-Zeiten zurück. Sie müssen die Datei nicht selbst bearbeiten und können sich auf das Auslesen und Einspielen konzentrieren.

Für viele Werkstätten ist der Slave der pragmatische Einstieg, weil er den Schritt der Dateibearbeitung abnimmt. Wer dagegen eigene Dateien erstellen will und die nötige Erfahrung mitbringt, ist mit dem Master besser bedient.

Die Varianten im Überblick

Kess3 Slave OBDKess3 MasterStarterpaket Slave PKW/Transporter
LizenzSlaveMasterSlave
Preisab 1.890 € nettoab 2.190 € nettoab 1.890 € netto
DateienLieferung durch unsselbst bearbeitenLieferung durch uns
LieferumfangKess3 / OBD, 1x Kess3 Tuning Paket Slave, KofferKess3 / OBD, 1x Kess3 Tuning Paket Master, KofferKess3 / OBD, 1x Kess3 Tuning Paket Slave, Komplettset im Koffer
Erweiterungper Aktivierungper AktivierungLKW, Agrar, Marine, Motorrad erweiterbar

Das Starterpaket enthält die Freischaltung für PKW und Transporter über OBD und unterstützt Motor- und Getriebesteuerung. Der Bench/Boot-Modus ist nach Erweiterung möglich.

Erweiterungen: Protokolle gezielt dazubuchen

Die Grundausstattung deckt den Einstieg ab. Weitere Fahrzeugbereiche und Zugriffsarten schalten Sie über Aktivierungen frei. Bei der Slave-Variante stehen unter anderem folgende Optionen zur Wahl:

  • Bundle OBD-Bench-Boot für Auto und Transporter (+1.690 € netto)
  • Bundle OBD-Bench-Boot für Motorrad, ATV und UTV (+690 € netto)
  • Bundle OBD-Bench-Boot für Landmaschinen, LKW und Busse (+1.690 € netto)
  • Bundle OBD-Bench-Boot für Marine und PWC (+690 € netto)
  • Aktivierung der TCU-Protokolle (+1.290 € netto)

Beim Master gibt es entsprechende Einzelaktivierungen sowie umfassende FULL-Aktivierungen für alle OBD- oder alle Bench-Boot-Protokolle. Zusätzlich lässt sich die DynoDrive-Funktion für jeweils +390 € netto freischalten. Mehr dazu lesen Sie in unseren Artikeln „Kess3 Einzelaktivierungen: Fahrzeugbereiche und TCU gezielt freischalten“ und „DynoDrive mit dem Kess3: Fahrzeugleistung auf der Straße messen und dokumentieren“.

Welche Variante passt zu Ihrer Werkstatt?

Diese Fragen helfen bei der Entscheidung:

  1. Wollen Sie Dateien selbst bearbeiten? Wenn ja, ist der Master die richtige Wahl. Wenn Sie lieber ein fertiges, getestetes File erhalten, passt der Slave.
  2. Welche Fahrzeuge kommen überwiegend in Ihre Werkstatt? Bei PKW und Transportern genügt der OBD-Einstieg. Für Motorrad, Landmaschinen oder Marine benötigen Sie die passenden Aktivierungen.
  3. Brauchen Sie Getriebesteuerungen? Dann planen Sie die TCU-Aktivierung (+1.290 € netto) ein.
  4. Benötigen Sie Bench oder Boot? Dann wählen Sie ein Bundle oder die entsprechende Aktivierung.
  5. Wollen Sie Leistungsmessungen dokumentieren? Dafür gibt es die optionale DynoDrive-Freischaltung.

Für den klassischen Einstieg mit PKW und Transportern ist das Starterpaket die kompakte Lösung. Wer flexibler planen möchte, wählt den Kess3 Slave OBD und ergänzt gezielt Aktivierungen.

Fazit

Der Kess3 vereint ECU- und TCU-Programmierung über OBD, Bench und Boot in einem Tool. Für den Werkstattalltag entscheidet vor allem die Lizenzart: Der Slave nimmt Ihnen die Dateibearbeitung ab, der Master gibt Ihnen alle Freiheiten bei der eigenen Bearbeitung. Mit den Aktivierungen bauen Sie das Tool Schritt für Schritt aus.

Unsicher, welche Variante und welche Aktivierungen zu Ihrem Fahrzeugspektrum passen? Wir beraten Sie gern persönlich: telefonisch unter +49 179 75 111 44 oder über das Kontaktformular.

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